Sankt Martin: Tierschutzbund warnt vor Gefahr für Igel in Martinsfeuern
Rund um Sankt Martin leuchten wieder die Laternen, und vielerorts brennt ein Martinsfeuer. Für Igel, Vögel und Mäuse kann der aufgeschichtete Holzhaufen allerdings zur Falle werden. Mit ein paar einfachen Handgriffen sorgst du dafür, dass das Fest für alle schön bleibt.
Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund in einer Pressemeldung vom 2. November hin. Kleine Wildtiere suchen in aufgeschichteten Holz- und Reisighaufen Schutz und nutzen sie als Winterquartier. James Brückner, Leiter des Wildtierreferats beim Tierschutzbund, rät deshalb, das Brennmaterial erst unmittelbar vor dem Entzünden aufzuschichten. Haufen, die schon länger liegen, sollten vorher vorsichtig umgeschichtet werden, damit versteckte Tiere sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Außerdem regt der Verband an, beim Martinsessen pflanzliche Alternativen zur Gans auszuprobieren.
Warum Holzhaufen für Igel so verlockend sind
Igel ruhen tagsüber gern in Hecken, Böschungen oder Laubhaufen und halten laut Tierschutzbund ab Ende Oktober Winterschlaf. Ein lockerer Stapel aus Ästen und Reisig ist für sie ein ideales Versteck: trocken, geschützt und ruhig. Bei Gefahr laufen Igel nicht weg, sondern rollen sich an Ort und Stelle zu einer Stachelkugel zusammen. Ein Igel, der sich im Holzhaufen eingekuschelt hat, bleibt also einfach liegen. Dabei brauchen die Stacheltiere jede Hilfe: Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Igel seit 2024 als potenziell gefährdet ein.
So hilfst du beim Martinsfeuer
- Hilfst du beim Aufbau eines Feuers mit, zum Beispiel in deinem Verein oder deiner Gemeinde, schichte das Holz erst kurz vor dem Anzünden auf.
- Liegt der Haufen schon länger, setze ihn vorher vorsichtig Stück für Stück um. So haben versteckte Tiere Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.
- Bist du unsicher, ob jemand an die Tiere gedacht hat, sprich die Leute vom Aufbau freundlich darauf an.
- Das gilt auch zu Hause: Laub- und Reisighaufen sollten laut Tierschutzbund vor dem Entfernen oder Verbrennen immer auf Bewohner kontrolliert werden.
- Findest du einen verletzten oder geschwächten Igel, wende dich an eine Igelstation, eine Tierarztpraxis oder einen örtlichen Tierschutzverein.
Ein Winterquartier, das bleiben darf
Am schönsten für Igel ist ein Haufen, der gar nicht brennt. Totholz, Laub- und Reisighaufen sowie Igelhäuser aus Holz oder Weidengeflecht sind laut Tierschutzbund gute Unterschlüpfe für den Winter. Wenn du einen Garten hast, lass gern eine ruhige Ecke unaufgeräumt und den Haufen über den Winter in Ruhe. Kleine Durchgänge im Zaun helfen den Tieren außerdem, zwischen den Gärten nach Futter zu suchen.
Wie du spät geborenen Jungigeln jetzt hilfst, liest du in unserer News Spät geborene Jungigel: So hilfst du Igeln gut durch den Winter. Was in die Futterschale gehört und was nicht, erklärt unser Ratgeber Igel richtig füttern im Garten.
So bleibt Sankt Martin ein Fest des Teilens, auch mit den Tieren.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei einem verletzten oder kranken Igel wende dich bitte an eine Igelstation oder eine Tierarztpraxis.
Quelle: Deutscher Tierschutzbund: „Sankt Martin: Wenn Tradition auf Kosten der Tiere geht“, 02.11.2026