Zoo Zürich: Hyazintharas und Sonnensittiche ziehen ins neue Refugio
Leuchtend blau und knallig gelb: Im Zoo Zürich sind die ersten Bewohner ins neue Refugio eingezogen. Hyazintharas und Sonnensittiche gewöhnen sich dort bereits an ihr künftiges Zuhause – und erinnern daran, wie sehr Papageien Gesellschaft und Beschäftigung brauchen.
Wie der Zoo Zürich in einer Medienmitteilung vom 2. November berichtet, ist mit dem Refugio der erste Bereich des künftigen Pantanal-Feuchtgebiets in Betrieb. Dort leben jetzt 24 Hyazintharas aus dem Zentrum für Artenschutz Ornis sowie Sonnensittiche. Noch ist das bunte Treiben für Zoobesucherinnen und Zoobesucher nicht sichtbar, weil rundherum weitergebaut wird. Die frühzeitige Nutzung soll den Tieren helfen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, bevor später die große Voliere eröffnet.
Warum Hyazintharas und Sonnensittiche Schutz brauchen
Hyazintharas (Anodorhynchus hyacinthinus) gelten als die größten Papageien der Welt und erreichen eine Körperlänge von bis zu einem Meter. In ihrem natürlichen Lebensraum in Südamerika, zu dem auch das brasilianische Pantanal gehört, sind sie bedroht. Der Zoo Zürich züchtet die Art im Zentrum Ornis und koordiniert von Zürich aus das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Ziel ist eine stabile Reservepopulation. Die 24 Tiere im Refugio sind Nachzuchten der vergangenen Jahre.
Auch Sonnensittiche (Aratinga solstitialis) stehen unter Druck: Lebensraumverlust und illegaler Fang für den Tierhandel machen sie stark gefährdet. In der Natur leben sie meist in kleinen Gruppen und halten enge Paarbindungen. Im Refugio sitzen die Paare oft dicht beieinander, pflegen sich gegenseitig das Gefieder und bleiben über Rufe in Kontakt – ein Verhalten, das auch für die Haltung zu Hause gilt.
Papageien gehören nie allein
Egal ob Wellensittich, Ara oder Sittich: Papageien sind soziale Tiere. Ein Artgenosse ist für sie wichtiger als der Mensch allein. Deshalb solltest du Papageien nie als Einzeltiere halten. Wie das Zusammenführen gelingt, erklärt unser Ratgeber Richtige Vergesellschaftung: So gewöhnst du deinen Wellensittich an einen neuen Freund.
Auch die Wohnung muss zum Vogelleben passen. Ein Käfig allein reicht nicht: Freiflug, Sitzmöglichkeiten und ein sicherer Raum gehören dazu. Was das konkret bedeutet, liest du in Vom Käfig bis zum Freiflug: So wohnt der Wellensittich glücklich bei dir.
Beschäftigung hält Papageien fit
Intelligente Vögel brauchen Aufgaben. Ohne Abwechslung werden sie schnell unruhig oder zerstören, was sie erreichen können. Intelligenzspielzeuge, Futter, das versteckt werden muss, und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen helfen. Ideen und Tipps findest du in unserem Beitrag Intelligenzspielzeuge für Papageien.
Wer einen Papageienkauf plant, sollte außerdem genau hinschauen: Wildfänge und dubiose Angebote aus dem illegalen Handel schaden den Beständen. Besser sind seriöse Nachzuchten und eine Haltung, die den sozialen und geistigen Bedarf der Tiere ernst nimmt – so wie es der Zoo Zürich mit Ornis und dem EEP vormacht.
Blau und Gelb im Refugio sind also mehr als ein schöner Anblick. Sie zeigen, wie Artenschutz, gute Haltung und ein gutes Zuhause zusammengehören – im Zoo und bei dir zu Hause.
Quelle: Zoo Zürich: „Blau & Gelb: Die ersten Vögel im Pantanal Feuchtgebiet“, 02.11.2026