TierQuarTier Wien: So viele Katzen wie nie im Herbst – warum Chip und Registrierung helfen
Im TierQuarTier Wien leben gerade so viele Katzen wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Viele von ihnen hatten einmal ein Zuhause, doch niemand holt sie ab. Das Tierheim bittet deshalb alle Katzenhalterinnen und Katzenhalter, ihre Tiere chippen und registrieren zu lassen.
Wie das TierQuarTier Wien in einer Pressemitteilung vom 29. Oktober berichtet, kümmert sich das Team derzeit um mehr als 210 Katzen. Von 926 Katzen, die in diesem Jahr als Fundtiere oder ausgesetzt ins Tierheim kamen, wurden nur 226 wieder abgeholt, also nicht einmal ein Viertel. Insgesamt hat das TierQuarTier heuer schon mehr als 1.200 Katzen aufgenommen. Viele brauchen intensive Pflege, etwa nach einem Sturz vom Balkon oder einem Zusammenstoß mit einem Auto. Allein für Behandlungen in externen Tierkliniken sind laut Tierheim bereits rund 100.000 Euro angefallen. Betriebsleiter Thomas Benda fragt sich, wo die Besitzer der vielen zutraulichen Katzen sind, die ganz offensichtlich an Menschen gewöhnt sind.
Warum ein Chip allein nicht reicht
Warum so viele Katzen nicht abgeholt werden, lässt sich nicht in jedem Fall klären. Ohne Chip oder ohne hinterlegte Kontaktdaten ist es aber schwer, die Menschen zu einer gefundenen Katze ausfindig zu machen. Der Chip trägt nur eine Nummer. Erst wenn diese Nummer zusammen mit deinen aktuellen Kontaktdaten in einer Datenbank steht, kann dich ein Tierheim erreichen. So kannst du vorsorgen:
- Lass deine Katze in deiner Tierarztpraxis chippen.
- Registriere die Chipnummer in einem Haustierregister. In Deutschland geht das zum Beispiel bei FINDEFIX, laut Deutschem Tierschutzbund kostenlos, oder bei TASSO.
- Halte deine Daten aktuell, zum Beispiel nach einem Umzug oder mit einer neuen Telefonnummer.
- Vermisst du deine Katze, such aktiv nach ihr und frag bei den Tierheimen in deiner Umgebung nach.
In Wien ist das Fundservice für Haustiere laut TierQuarTier rund um die Uhr unter 01 4000 8060 erreichbar.
Wie ist das in Deutschland?
Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen gibt es in Deutschland nicht, der Deutsche Tierschutzbund fordert sie aber. Laut Deutschem Tierschutzbund gilt jedoch schon in mehr als 3.300 Gemeinden und Städten eine Katzenschutz- oder Kastrationsverordnung, in Schleswig-Holstein sogar im ganzen Bundesland. Katzen mit unkontrolliertem Freigang müssen dort kastriert werden. Meist kommt eine Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung dazu. Ob das für deinen Wohnort gilt, erfährst du bei deiner Stadt oder Gemeinde. Warum die Kastration auch ohne Pflicht sinnvoll ist, liest du in unserem Beitrag Darum solltest du deine Katze kastrieren lassen.
Eine Chance für die, die niemand abholt
Für Katzen, die nicht zu ihren bisherigen Menschen zurückkehren, sucht das TierQuarTier ein neues Zuhause. Ältere oder kranke Tiere werden dabei oft übersehen, weil sich viele Interessierte ein Kitten wünschen. Das Vergabeteam berät ausführlich, was die einzelnen Katzen brauchen. Wenn du über eine Katze aus dem Tierheim nachdenkst, schau dir auch die erwachsenen Tiere an. Welche Katze zu dir passt, erklärt unser Ratgeber Die richtige Katze für dein Zuhause. Wie eine Vermittlung abläuft, liest du in unserem Beitrag zur Adoption aus dem Tierheim.
Quelle: TierQuarTier Wien: „Katzenhöchststand im TierQuarTier Wien: Hunderte Katzen werden nicht mehr von ihren Besitzer*innen abgeholt“, 29.10.2026