Kaninchen und Meerschweinchen im Winter draußen: So machst du das Außengehege winterfest
Morgens glitzert der erste Raureif, und du fragst dich, ob deine Kaninchen im Winter draußen frieren und ob deine Meerschweinchen im Garten bleiben dürfen. Die kurze Antwort: Gesunde Tiere, die früh im Jahr eingewöhnt wurden und in einer Gruppe leben, können laut Deutschem Tierschutzbund ganzjährig draußen leben. Entscheidend sind eine isolierte, trockene Schutzhütte, Wasser, das nicht einfriert, und angepasstes Futter. Einen Winterschlaf halten die beiden übrigens nicht. Hier erfährst du, wie du das Außengehege winterfest machst.
Können Kaninchen und Meerschweinchen im Winter draußen bleiben?
Ja, wenn die Bedingungen stimmen. Ganzjährige Außenhaltung ist tiergerecht, aber anspruchsvoll und aufwendig. Alleine darf draußen kein Tier leben, denn in der Gruppe wärmen sich die Tiere gegenseitig.
Voraussetzungen für Kaninchen
Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt in seinem Infoblatt zur ganzjährigen Außenhaltung von Kaninchen mindestens zwei, besser drei bis fünf Tiere. Das Gehege sollte mindestens sechs Quadratmeter groß sein, fest verankert und raubtiersicher, damit weder Marder noch Fuchs hineinkommen und niemand ausbüxt. Der Zoofachhandelsverband ZZF rät in seinen Tipps für Kaninchen im Außengehege außerdem zur Impfung gegen Myxomatose und RHD, weil die Tiere Kontakt zu Wildkaninchen haben können. Was Kaninchen sonst noch brauchen, liest du in unseren Grundlagen der Kaninchenhaltung.
Voraussetzungen für Meerschweinchen
Meerschweinchen leben laut Tierschutzbund-Infoblatt zur Außenhaltung von Meerschweinchen am besten in einer Gruppe von drei bis zehn Tieren. Für drei bis vier Tiere rechnet man mindestens vier Quadratmeter, für jedes weitere einen halben Quadratmeter mehr. Das Gitter muss engmaschig sein. Für die Außenhaltung eignen sich vor allem kurzhaarige Rassen. Bedenke auch: Meerschweinchen sind kälteempfindlicher als Kaninchen, weil sie kein so wärmendes Winterfell bekommen. Ihr Schutzhaus muss deshalb unbedingt frostfrei und gut isoliert sein. Mehr zur Anschaffung findest du in unserer Checkliste zur Meerschweinchen-Anschaffung.
Welche Tiere den Winter besser drinnen verbringen
Nicht jedes Tier ist für den Winter im Garten gemacht. Der Tierschutzbund nennt für beide Tierarten Jungtiere, Muttertiere und kranke Tiere. Der ZZF ergänzt für Kaninchen:
- Senioren ab etwa fünf Jahren
- trächtige Tiere
- Tiere mit geschwächtem Immunsystem
- langhaarige Rassen wie Teddykaninchen, die empfindlich auf Nässe und Kälte reagieren
Wie alt Kaninchen und Meerschweinchen im Schnitt werden, steht in unserem Beitrag zur Lebenserwartung von Haustieren. Ältere und untergewichtige Tiere, die schon lange draußen leben, solltest du im Winter besonders gut beobachten.
Jetzt noch umziehen lassen? Warum es im Herbst zu spät ist
Wenn deine Tiere bisher drinnen gelebt haben, warte mit dem Umzug bis zum Frühjahr. Der Tierschutzbund empfiehlt eine schrittweise Eingewöhnung im Frühjahr. Über Nacht bleiben die Tiere erst draußen, wenn es keinen Bodenfrost mehr gibt, in der Regel ab Mitte Mai. Ab September ist es zu spät. Dann bleiben die Tiere besser noch ein halbes Jahr drinnen. Auch der ZZF betont für Kaninchen: nicht mitten im Winter nach draußen, und wer einmal draußen wohnt, sollte nicht mehr zwischen beheizter Wohnung und Garten hin- und herwechseln.

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Außengehege winterfest machen: die Checkliste
Standort und Wetterschutz
Stell die Schutzhütte in eine windgeschützte Ecke. Ein Teil des Geheges sollte überdacht sein, damit deine Tiere auch bei Regen und Schnee trocken nach draußen können. Die Seiten, aus denen Wind und Regen meist kommen, kannst du im Winter zusätzlich verkleiden. Bewegung wärmt und hält fit, deshalb brauchen deine Tiere auch im Winter jederzeit Auslauf. Ideen für Beschäftigung findest du bei unserem sicheren Kaninchenspielzeug.
Schutzhütte isolieren
Die Hütte muss trocken, zugluftfrei, gut isoliert und raubtiersicher sein. Der Tierschutzbund empfiehlt mindestens 15 Millimeter dickes Holz oder eine Auskleidung mit Styropor oder anderem Dämmmaterial, dazu eine erhöhte Ebene und einen leicht versetzten Eingang. Sie sollte allen Tieren Platz bieten, aber nicht zu groß sein, damit nicht zu viel Wärme verloren geht. Für Kaninchen ergänzt der ZZF: Das Styropor darf nicht annagbar sein, ein doppellagiger Boden oder ein Aufbau ohne direkten Bodenkontakt verhindert Staunässe, und bei Frost kannst du die Eingänge zeitweise mit Tüchern abdecken. Wichtig ist trotzdem Luftaustausch, denn Kondenswasser kann zu Schimmel führen.
Einstreu, Heu und Stroh
Streu die Hütte dick ein und gib zusätzlich Stroh und Heu als Wärmeschutz hinein. Auch Zeitungspapier eignet sich zum Isolieren. Alles muss trocken bleiben: Sobald etwas nass ist, tauschst du es aus. Rindenmulch nimmt Feuchtigkeit auf und isoliert zusätzlich. Richte am besten auch in der Hütte eine Futterstelle ein, damit bei Kälte niemand zum Fressen hinaus muss.
Trinkwasser im Winter: Was tun, wenn es gefriert?
Wasser muss auch bei Frost verfügbar sein. Der Tierschutzbund rät, vereistes Wasser regelmäßig zu ersetzen. Der ZZF empfiehlt für Kaninchen, das Wasser bei Minusgraden mehrmals täglich zu kontrollieren. Auf Nippeltränken mit Metallrohr verzichtest du bei Frost besser, weil die Zunge daran festfrieren kann. Ein Napf in der isolierten Hütte friert weniger schnell zu als eine Tränke im Freien.
Füttern im Winter: Energie, Vitamin C und kein gefrorenes Frischfutter
Wer draußen lebt, braucht im Winter mehr Energie. Ab dem Herbst bekommen deine Tiere deshalb reichlich energiereiches Futter, damit sie Fettreserven aufbauen können, dazu viel Vitamin-C-reiches Grün. Das ist besonders für Meerschweinchen wichtig, weil sie Vitamin C nicht selbst herstellen können. Heu steht immer zur Verfügung. Frisches Obst und Gemüse gibst du nur in Mengen, die sofort gefressen werden, denn gefrorenes oder zu kaltes Futter kann Magen und Darm belasten.
Ideen für den Speiseplan findest du bei unserem Kaninchenfutter und im Kräuter ABC für Meerschweinchen. Was nicht in den Napf gehört, steht in unserem Beitrag Das dürfen Kaninchen nicht fressen. Und ein Futterbaum bringt Abwechslung in graue Wintertage.

Temperatur in der Schutzhütte im Blick behalten
Eine feste Außentemperatur, ab der Kaninchen oder Meerschweinchen ins Haus müssen, nennen die Fachquellen nicht. Der Tierschutzbund gibt aber einen Richtwert für drinnen: In der Schutzhütte sollte es nicht unter 0 °C kalt werden.
In sehr kalten Nächten kann laut Tierschutzbund ein untergelegtes Wärmekissen helfen. Für Meerschweinchen nennt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz in ihrem Merkblatt zur Meerschweinchenhaltung bei Bedarf auch eine Wärmequelle wie eine Rotlichtlampe. Achte dann auf genug Abstand und darauf, dass sich die Tiere jederzeit an einen Platz ohne Wärme zurückziehen können.
Und wenn es richtig klirrend kalt wird? Hol gesunde, eingewöhnte Tiere nicht kurz ins warme Haus, auch nicht über Nacht oder zum Spielen. Der Tierschutzbund rät für beide Tierarten davon ab, weil die plötzliche Temperaturumstellung mehr Stress bedeutet als die Kälte draußen. Der ZZF sagt dasselbe für Kaninchen. Anders ist es bei kranken oder geschwächten Tieren: Sie gehören zuerst in die Tierarztpraxis. Danach empfiehlt etwa die Tierarztpraxis Dr. Sommer für Meerschweinchen einen frostfreien, aber unbeheizten Raum, zum Beispiel Waschküche oder Keller, am besten zusammen mit mindestens einem Artgenossen. Wer im Winter einige Tage drinnen war, sollte in diesem Winter nicht mehr zurück ins Außengehege. Besprich das am besten mit deiner Tierarztpraxis.
Täglicher Gesundheitscheck: Wann du zum Tierarzt solltest
Im Winter sind bei Kaninchen laut ZZF vor allem Atem- und Harnwege anfällig. Nutze die Fütterung für einen kurzen täglichen Blick: Fressen und trinken alle normal? Ist das Fell trocken und sauber? Gibt es Durchfall oder Ausfluss aus der Nase? Wiege deine Tiere im Winter regelmäßig, denn eine Gewichtskontrolle ist ein guter Gesundheitscheck.
Wenn dir Nasenausfluss, Durchfall, Fressunlust oder nasses, verklebtes Fell auffällt, geh bitte zur Tierarztpraxis. Frisst ein Tier gar nicht, ist das immer ein Notfall.
Fazit
Mit etwas Vorbereitung kommen Kaninchen und Meerschweinchen gut durch den Winter im Garten. Hier deine Checkliste zum Abhaken:
- Tiere gesund, in der Gruppe und seit dem Frühjahr draußen eingewöhnt
- Kaninchen gegen Myxomatose und RHD geimpft
- Hütte gedämmt, trocken, ohne Zugluft, mit Luftaustausch
- dick eingestreut, mit Stroh und Heu, nasses Material sofort raus
- Wasser mehrmals täglich kontrollieren, keine Nippeltränke mit Metallrohr
- energiereiches Futter, Vitamin-C-reiches Grün, nichts Gefrorenes
- Thermometer in der Hütte, dort nicht unter 0 °C
- täglicher Blick auf die Tiere, regelmäßig wiegen
Häufig gestellte Fragen
Ab wie viel Grad Minus muss ich Kaninchen oder Meerschweinchen reinholen?
Eine feste Außentemperatur nennen Tierschutzbund und ZZF nicht. Wichtig ist, dass es in der Schutzhütte nicht unter 0 °C kalt wird. Gesunde, eingewöhnte Tiere holst du auch bei Frost nicht kurzfristig ins Haus, sondern verbesserst lieber Dämmung und Einstreu.
Frieren Kaninchen im Winter draußen?
Kaninchen vertragen Kälte und Schnee besser als Hitze. In der Gruppe kuscheln sie sich in der Hütte zusammen und wärmen sich gegenseitig. Voraussetzung ist eine trockene, zugluftfreie Hütte.
Darf ich meine Tiere bei Frost kurz ins Haus holen?
Gesunde Tiere besser nicht, denn der Wechsel zwischen Kälte und Heizungsluft stresst sie. Ist ein Tier krank oder geschwächt, bring es zur Tierarztpraxis und frag dort, wo es sich erholen soll. Für Meerschweinchen rät etwa die Tierarztpraxis Dr. Sommer dann zu einem frostfreien, unbeheizten Raum.
Sind Nippeltränken im Winter geeignet?
Bei Frost eher nicht. Der ZZF weist darauf hin, dass die Zunge am Metallrohr festfrieren kann. Ein Napf, den du mehrmals täglich kontrollierst, ist die bessere Wahl.
Hilft eine Wärmematte in der Schutzhütte?
Der Tierschutzbund nennt ein untergelegtes Wärmekissen als Hilfe für sehr kalte Nächte. Deine Tiere sollten aber immer auf einen Platz ohne Wärme ausweichen können. Ob ein bestimmtes Produkt geeignet ist, entnimmst du den Herstellerangaben.
Müssen Kaninchen in Außenhaltung geimpft werden?
Der ZZF rät zur Impfung gegen Myxomatose und RHD, weil Kaninchen im Garten Kontakt zu Wildkaninchen haben können. Wann geimpft und aufgefrischt wird, besprichst du mit deiner Tierarztpraxis.